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Thematische Vorgaben für das Abiturjahr 2009 - Kunst
Fachbezogene Hinweise
In der Qualifikationsphase müssen die in den Inhaltsbereichen (RRL, 2.2) beschriebenen Basiskenntnisse, -fertigkeiten und -fähigkeiten vermittelt werden. Für das Zentralabitur 2009 im Fach Kunst sind die nachfolgend aufgeführten drei Thematischen Schwerpunkte mit ihren vorgegebenen Beispielen verbindlich zu bearbeiten. Hinsichtlich der nach Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau zu differenzierenden Ansprüche sind die Ausführungen der Rahmenrichtlinien und der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe in der jeweils geltenden Fassung zu beachten. Reihenfolge der Thematischen Schwerpunkte: Die drei Thematischen Schwerpunkte sind in der vorgegebenen Reihenfolge in den ersten drei Schulhalbjahren der Qualifikationsphase zu unterrichten. Der Thematische Schwerpunkt 3 wird für die Abiturprüfung 2010 als Thematischer Schwerpunkt 1 (im 1. Halbjahr des Schuljahrgangs 12) übernommen.
Thematischer Schwerpunkt 1: Zeit im Bild
Im Mittelpunkt dieses Schwerpunktes steht die Frage nach den Möglichkeiten der Umsetzung der Zeit durch die Sprache der Bilder.
Verbindlich im Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau zu bearbeitende Bilder
Das Simultanbild – Zeit und Ewigkeit 1. Jörg Ratgeb, Auferstehung Christi, 1519, rechter Außenflügel des Herrenberger Altars, Öl auf Holz, 270 x 145 cm, Staatsgalerie Stuttgart.
Bewegung im Einzelbild 2. Peter Paul Rubens, Die Wildschweinjagd, um 1620, Mischtechnik auf Holz, 137 x 168 cm, Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Gemäldegalerie Alte Meister. Sequentielle Kunst 3. Scott McCloud, Comics richtig lesen, Kapitel 3.
Bewegte Bilder – Montage im Film 4. am Beispiel einer Filmsequenz.
Unterrichtsaspekte
Rezeption (verbindlich für Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau)
Kenntnis • der jeweils spezifischen bildsprachlichen Mittel der Kunstgattungen • wesentlicher Fachbegriffe Fähigkeit • zur Beschreibung, Analyse und Interpretation • zur begründeten Stellungnahme zu eigenen Bildgestaltungen
Vertiefend für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau
Kenntnis • der dramaturgischen Möglichkeiten des Filmes, insbesondere der Montage • von Methoden der Rezeption und Produktion eines Filmes Fähigkeit • zum flexiblen und zielgerichteten Umgang mit Methoden der Analyse eines Filmes
Produktion (verbindlich für Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau)
Fertigkeiten • in der Herstellung von Skizzen, Studien und Entwürfen • im Umgang mit der Bildsprache der Sequentiellen Kunst Fähigkeiten • zur Entwicklung unterschiedlicher Kompositionen zur Umsetzung von Zeit und Spannung • zur Entwicklung von Bildergeschichten – zielgerichteter Einsatz der bildsprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten Vertiefend für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau
Fertigkeiten • in der Herstellung von Storyboards für Filmsequenzen Fähigkeit • zur eigenständigen Entwicklung von Filmsequenzen in Form von Storyboards
Thematischer Schwerpunkt 2: Mensch und Raum – Landschaft
Im Mittelpunkt dieses Schwerpunktes stehen unterschiedliche künstlerische Aneignungsformen der Landschaft in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Verbindlich im Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau zu bearbeitende Bilder Landschaftsmalerei als subjektive Verinnerlichung des Geschauten 1. Caspar David Friedrich, Kreidefelsen auf Rügen, um 1820, Öl auf Leinwand, 90 x 70 cm, Winterthur, Stiftung Oskar Reinhardt.
Die Thematisierung der Wahrnehmung in der Stadtlandschaft 2. Claude Monet, Gare St. Lazare, 1877, Öl auf Leinwand, 75 x 105 cm, Paris, Musée du Louvre.
Landschaftsdarstellung als expressiver Malakt 3. Vincent van Gogh, Kornfelder mit Krähen, Öl auf Leinwand, 50,5 x 103 cm, Amsterdam, Rijksmuseum Vincent van Gogh.
Landart 4. Christo und Jean Claude, Valley Curtain, Rifle, Colorado (1970-72). Unterrichtsaspekte
Rezeption (verbindlich für Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau)
Kenntnis • der bildbezogenen kunstgeschichtlichen Kontexte • wesentlicher Begriffe der bildgattungsbezogenen Fachsprache • von unterschiedlichen künstlerischen Verfahren zur Umsetzung der Thematik • wesentlicher bildsprachlicher Mittel der Landschaftsmalerei Fähigkeit • zur Beschreibung, Analyse, Interpretation und zum Vergleich von Bildern • bildsprachliche Besonderheiten zu erfassen und auch praktisch-rezeptiv zu veranschaulichen • zu begründeten Stellungnahmen zu eigenen Bildgestaltungen Vertiefend für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau Kenntnis • wesentlicher Ausprägungen und Entwicklungsschritte der Bildgattung Landschaft seit 1800 • unterschiedlicher Methoden bei der Auseinandersetzung mit Kunstwerken Fähigkeit • zum flexiblen und zielgerichteten Umgang mit Methoden der Bilduntersuchung
Produktion (verbindlich für Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau) Fertigkeiten • in der Herstellung von Skizzen, Skizzenfolgen, Studien nach der Anschauung und in der Auseinandersetzung mit visuellen Vorlagen als Voraussetzung für Gestaltungen • zur Umsetzung der Planungen in Bilder • im Umgang mit unterschiedlichen künstlerischen Techniken der Malerei und Zeichnung Fähigkeit • zur eigenständigen Gestaltung nach Vorgabe klar definierter formaler und inhaltlicher Problemstellungen der Landschaftsdarstellung • zur Verdeutlichung der Vorgehensweise im Gestaltungsprozess Vertiefend für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau Fähigkeit • zur Entwicklung unterschiedlicher Lösungsansätze und deren Präsentation • Fähigkeit zum flexiblen und zielgerichteten Umgang mit Methoden zur Produktion von Bildern: Entwickeln, Skizzieren, Variieren, Optimieren, Umsetzen und Begründen einer Idee • zur eigenständigen bildlichen, textunterstützten Konzeption und Ausführung eines Landartprojektes
Thematischer Schwerpunkt 3: Kulturelle Werbung
Im Mittelpunkt dieses Schwerpunktes steht das Plakat als zentrales visuelles Kommunikationsmedium. Verbindlich im Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau zu bearbeitende Plakate und Werbemittel Das Plakat im Spannungsfeld zwischen Kunstwerk und Massenmedium 1. Henri de Toulouse-Latrec, Divan Japonais, 1892, Farblithografie, ca. 81 x 62 cm Paris 1895. Theaterplakate 2. Jan Lenica (Entwurf), Plakat zur Oper Wozzeck von Alban Berg nach Georg Büchner, Teatr Wielki, Warschau 1964, Offsetlithografie, 98 x 67,5 cm. 3. Heinrich Kreyenberg (Grafik schauspielhannover), Arno Declair (Fotografie), Plakat zum Schauspiel Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin, schauspielhannover 2004, 84 x 59,5 cm. Aktuelle Kommunikationsstrategien 4. am Beispiel einer Werbekampagne. Unterrichtsaspekte Rezeption (verbindlich für Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau) Kenntnis • kommunikationstheoretischer Grundlagen • von Methoden der Rezeption von Plakaten • wesentlicher Begriffe der bildgattungsbezogenen Fachsprache • über die für das Kommunikationsmittel Plakat wesentlichen Gestaltungsmittel und Wirkungsmechanismen • der Abläufe bei der Konzeption einer Werbekampagne Fähigkeit • zur Beschreibung, Analyse und Interpretation und zum Vergleich von Plakaten • bildsprachliche Besonderheiten zu erfassen und auch praktisch-rezeptiv zu veranschaulichen • Gestaltungsmerkmale und Wirkungsmechanismen von Plakaten und Plakatreihen zu erkennen und begründet aufzeigen zu können • zur Begründung von Gestaltungsentscheidungen Vertiefend für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau Kenntnis • von Methoden der Rezeption visueller Werbemittel Fähigkeit • zur zielgerichteten Rezeption visueller Werbemittel Produktion (verbindlich für Unterricht auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau) Fertigkeiten • in der Herstellung von Skizzen, Skizzenfolgen, Reinzeichnung und Texten als Voraussetzung für die Gestaltung eines Plakates • in der Anwendung der Gestaltungskomponenten Layout, Typografie und Farbe • im Umgang mit unterschiedlichen Gestaltungstechniken (Grafik, Montage, ...) Fähigkeit • zur Gestaltung eines Plakates nach Vorgabe einer klar umrissenen Problemstellung • zum prozessorientierten Gestalten (Skizzieren, Variieren, Optimieren) • zur zielgruppenorientierten Motiventwicklung Vertiefend für Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau Fähigkeit • zur Konzeption und Realisation einer mehrteiligen Kampagne im Sinne des Corporate Designs (Bausteinprinzip: z.B. Flyer – Postkarte – Plakat – …)
C. Sonstige Hinweise
Nachfolgend aufgeführte Bilder und Materialien werden als in der Schule vorhanden vorausgesetzt: Bilder • Meisterwerke der Kunst, Kunstmappenarchiv auf CD-Rom, hrsg. vom Landesinstitut für Erziehung und Unterricht Stuttgart, Neckar Verlag, Villingen-Schwenningen 2002. Beinhaltet die Mappen 1 (1952) - 50 (2002) sowie die Meisterwerke der Architektur 1 und 2 • 25000 Meisterwerke. DVD. The York Project, Berlin 2003 • Lieferbare Ausgaben der „Meisterwerke der Kunst“, hrsg. vom Landesinstitut für Erziehung und Unterricht Stuttgart, Neckar Verlag, Villingen-Schwenningen, incl. der lieferbaren ergänzenden Quellen und Texte • Meisterwerke der Architektur (Mappenwerk), hrsg. vom Landesinstitut für Erziehung und Unterricht Stuttgart, Villingen-Schwenningen 1999, (Neckar Verlag) , Heft 1 und 2 Materialien • Alle Werkzeuge, Medien und Materialien, die im Zusammenhang praktischer Übungen und praktischer Arbeiten in der Qualifikationsphase zum Einsatz im Kunstunterricht kamen, sind in der Abiturprüfung für die Prüflinge vorzuhalten.
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