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Elfenbeinstatuette, ca. 750 v. Chr.
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“Volomandra” Kouros, Athen, ca. 560 v. Chr.
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Myron, Discuswerfer (Discobolos), ca. 450 v. Chr. Bronce (abgebildet ist eine römische Marmorkopie)
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“Barberinischer Faun”, um 220 v.Chr. in Pergamon gefertigt, nach Rom verschleppt
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Stabiae, Blumenpflückerin (Flora), Fresko, um 50 n. Chr.
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Reiterstatur Marcus Aurelius, Rom, Kapitol, 177 n. Chr.
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San Vitale, Kaiser Justitian und Bischof Maximianus, Ravenna, um 584
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Fuldaer Evangeliar, Evangelist Johannes, Buchmalerei, um 830/40
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Perikopenbuch Heinrichs II., Verkündigung an die Hirten, Buchmalerei, um 1010
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Fresco aus S. Clemente, Tahull, Christus als Weltherrscher, um 1123
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Ambrogio Lorenzetti, Die gute Herrschaft, Siena, 1340
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Oberrheinischer Meister, Paradiesgärtlein, Frankfurt, um 1410
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Botticelli, Venus und Mars, London, 1483
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Michelangelo, David, Florenz, 1504
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Albrecht Dürer, Selbst, München 1500
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Giambologna, Raub der Sabinerin, Florenz, 1583
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Bernini, Apoll und Daphne, Rom, 1625
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Rembrandt van Rijn, Belsazar, London, 1635
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Jan Vermeer van Delft, Milchmagd, 1660
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Jacques-Louis David, Schwur der Horatier, Paris 1784
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C.D. Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer, Hamburg, 1818
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Anonym (Monogramm E.W.), ca. 1820
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John William Waterhouse, Hylas und die Nymphen, 1896
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Gustave Courbet, Steineklopfer, 1848, verschollen
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Claude Monet, Palazzo Dario in Venedig, 1908
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Pierre Auguste Renoir, Das Frühstück der Ruderer, 1880
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Auguste Rodin, Danaide, 1885
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Gustav Klimt, Portrait v. Adele Bloch-Bauer, Wien, 1907
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Herbert McNair u.a., Ausstellungsplakat, o.J.
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August Macke, Mädchen unter Bäumen, 1914
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Wassily Kandinsky, Skizze für Komposition II, 1909
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Pablo Picasso, Les Demoiselles d’Avignon, 1907
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Umberto Boccioni, Simultanversionen, 1912
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Christian Schad, Maika, 1929
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Franz Radziwill, Strand von Dangast mit Flugboot, 1929
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Rene Magritte, Die Blankovollmacht, 1965
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Alberto Giacometti, Katze, 1954
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Nazionalsozialistische Bilder werden auf kunstpauker.de nicht gezeigt!
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Felix Nussbaum, Im Lager, 1940
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Mark Rothko, No. 5, 1949
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Hans Hartung, Abstrakt, o. J.
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Roy Lichtenstein, M-Maybe (A Girl’s Picture), 1965
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Victor Vasarely, Syta, 1988
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Robert Smithson, Spiral Jetty, 1970
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Helmut Middendorf, Himmel II, 1982
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- geometrische Formen als Ornamente auf Vasen, Tellern, ... sowie auch auf sehr stark stilisierten Tier- und Menschenfiguren. Die Plastiken sind kleine Figuren.
Material: Gebrannter Ton, Schnitzereien
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- [annähernd] lebensgroße Statuen als Giebelschmuck und als Grabstelen - Jünglinge (Kuros) und junge Frauen (Koren) - strenge, symmetrische Körperhaltung, leichte Schrittstellung - anatomisch bereits genau beobachtend, aber immer noch stilisiert.
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- lebensgroße Plastiken, meist aus Bronze gegossen - sehr naturgetreu in den Proportionen und Anatomie - immer idealisiert: Die Statuen stehen fast immer im Kontrapost, die Sportlerdarstellungen erfassen immer den Moment größter (Körper-)Spannung
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- äußerlich und innerlich bewegte Menschendarstellungen - Schmerz, Leid und Freude werden dargestellt - “lebensechte” Situationen, Momentaufnahmen, die typisch für Menschenschicksale sind.
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- die römische Kunst ist stark von den Griechen beeinflusst und von dort importiert. - ein entscheidendes Merkmal eigener, römischer Plastik und Malerei ist das individuelle Portrait. - Hier entwickelt sich höchste, fast fotografische Genauigkeit in der Wiedergabe individueller Züge.
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Plastik / Skulptur - Herrscherbilder, Großplastiken - mythologische Themen - historische Darstellungen in Reliefs
Wandmalerei: - mythologische Figuren, - Szenen gesellschaftlicher / religiöser Bedeutung (Initiationsriten z.B.) - dekorative Szenen - erotische und sexuell freizügige Darstellungen
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Die Kunstwerke richten sich nun nicht mehr auf das irdische Leben, sondern der Glaube an die Auferstehung nach dem Tode bestimmt die Bildthematik. Die Figuren sind nicht mehr Individueen, sondern Bedeutungsträger für den neuen, christlichen Glauben. Es sind nur wenige Gemälde in den Katakomben Roms erhalten, sowie Mosaiken in S. Maria Maggiore in Rom und byzantinische Mosaiken in Ravenna.
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Unter Karl dem Großen (768 - 814) werden germanische und romanische Völker Mitteleuropas geeint. Die Kunst bekommt die Aufgabe, die Einheit von Reich und Kirche darzustellen. Die karolingische Kunst enthält deswegen sowohl spätrömische als auch frühchristliche Stilmerkmale. In der ottonischen Zeit ( ca. ab 950 ) entwickelt die Buchmalerei einen ganz eigenen Stil: Raum und Perspektive verschwinden fast vollständig, die Größe der Personen richtet sich nach deren Bedeutung (Bedeutungsperspektive) und die Hintergrundfarbe hat reinen Symbolwert.
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Der Begriff “romanische Kunst” bezieht sich weitestgehend auf die Architektur, hier hauptsächlich auf eine charakteristische Bauweise von Kirchen, die sich stilistisch an der römischen Basilika und an römischen Bauweisen (Rundbogen als statisches Element) orientiert. Die Malerei ist wenig innovativ, sie knüpft an die seit der frühchristlichen Zeit gefundenen Stilformen an: - Verwendung von Symbolfarben - Gesichter und Gebärden sind stilisiert und zeigen keinerlei Individualität. - Mangelnde Räumlichkeit, konturierte Gegenstände und Körper.
Die Malerei ist nur in kirchlichen Bezügen zu finden: Wandbilder in Kirchen, Buchmalerei und Glasmalerei in Kirchenfenstern.
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Die Gotik stellt ein Umdenken der Gesellschaft dar. Nach wie vor ist das Denken tief religiös, Wanderprediger haben einen enormen Einfluss; der Glaube an ein lichtdurchflutetes, glänzendes Paradies hat starken Einfluss auf die Menschen. Damit stehen christliche, biblische Bildthemen im Vordergrund. Gleichzeitig werden aber parallel zu den Machtverhältnissen weltliche Themen aufgegriffen, zum Beispiel im italienischen Stadtstaat Siena, deren Rathaus von A. Lorenzetti mit den “Auswirkungen einer guten Regierung” ausgemalt wird. Zusätzlich zu der Wand-, Glas- und Buchmalerei entdeckt die Gotik die Tafelmalerei auf Holztafeln. Damit macht die Kunst einen entscheidenden Fortschritt: Gemalt wird nicht mehr zweckgebunden, um einen Raum oder ein Buch auszuschmücken, sondern der Künstler malt, um ein Bild seiner selbst Willen zu erstellen.
Kennzeichen: - gegenüber der Romanik ein deutlicher Zugewinn an Räumlichkeit bei nach wie vor falscher Perspektive. - Verwendung der Symbolfarben, gleichzeitig Beachtung von Plastizität: Schatten werden - bedingt - gemalt. - Gesichter sind stilisiert und wirken wie von Porzellanpuppen, alle haben gleiche und gleich alte Gesichter. Unterscheiden kann man die Figuren nur anhand der symbolhaften Kleidung. - Bedeutungsperspektive findet nur noch eingeschränkt statt. - Frauenfiguren haben eine typische Form, das “gotische S”: Die Kleider sind knapp unter der Brust eng geschnürt, der Bauch darf betont werden, die Hände, insbesondere die Finger sind schmal und langgezogen, auch die Nase hat einen schmalen Rücken.
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Obgleich der Begriff “Renaissance” Wiedergeburt (antiken Gedankenguts) bedeutet, ist mit ihrem Entstehen das Ende des Mittelalters und der Beginn der Neuzeit gekennzeichnet. Umso irritierender ist es, dass es keinen sicheren Beginn der Renaissance gibt: In Italien (Florenz/Venedig) entwickelt sich Renaissancedenken bereits im 13. Jahrhundert. Als Geistes- und Kunstepoche jedoch wird die Renaissance auf das 15. Jahrhundert und auf die Toscana, speziell Florenz, festgelegt. Mittlerweile setzt sich jedoch immer stärker die Erkenntnis durch, dass die Renaissance auf vernetzten Einflüssen und Strömungen innerhalb ganz Europas beruht. Kennzeichnend für die Renaissance ist zunächst einmal die Wiederentdeckung der Antike: Der Mensch rückt in den Mittelpunkt, die Wissenschaften erobern antike Erkenntnisse insbesondere der Mathematik und der Naturbeobachtung (Naturwissenschaften, Astronomie) zurück und in der Literatur und Kunst entdeckt man die Werke der Griechen und Römer. Künstler sind nicht mehr reine Maler oder Bildhauer, es finden sich mehrere “Universalgenies”, die in allen Wissenschaftsrichtungen gleichermaßen forschen: Leonardo da Vinci (stammt aus dem Dorf Vinci in der Nähe von Florenz) ist das Paradebeispiel: Wehrtechniker, Architekt, Ingenieur, Dichter und Maler ... und in allen Bereichen überragend. Sein “Konkurrent” Michelangelo Buonarroti gilt den meisten zwar vorrangig als Bildhauer und Freskenmaler, doch er war ebenso Literat, Musiker, Architekt und Städteplaner. Direkt aus Florenz stammt Sandro Botticelli. Raffaelo Santi wurde im wenig entfernten Urbino geboren und lebte ebenfalls in Florenz und in Rom In Deutschland ist hauptsächlich Albrecht Dürer als Renaissancekünstler bekannt, gefolgt von Lucas Cranach und Albrecht Altdorfer. Allgemeine Kennzeichen für die Kunst der Renaissance: - Wiederentdeckung der griechischen Klassik, anatomisch sehr genaue Menschendarstellungen. - Darstellung des Ideals: Schönheitsregeln werden gesucht. - Wiederentdeckung antiker Philosophie: Platon und Aristoteles bestimmen die “neue” Denkweise. - Leonardo und Michelangelo untersuchen während ihrer anatomischen Studien menschliche Leichen: Wissenschaftliche Neugierde ist Triebkraft der Renaissance. - Die Thematik der Bilder ändert sich: Neben christlichen Themen tauchen antike, mythologische Themen und Figuren wieder auf. - Außerdem ist das individuelle, meist aber idealisierte Bild typisch. - Die Bilder wirken “steril”, “eingefroren”, “gestellt”.
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Die Herkunft des Begriffs bezieht sich wahrscheinlich auf das Spätwerk Michelangelos: “Alla maniera di Michelangelo”, könnte aber auch andere Ursprünge haben. Maniristische Werke tauchen zunächst in Florenz auf, sie lösen die Strenge und Klarheit der Renaissance auf, die Figuren geraten in Drehung und Bewegung, diese Drehungen geraten dan später zu schraubenförmig gewundenen Körperhaltungen: “Figura serpentinata”. Später verbindet man mit dem Begriff Manierismus unnatürliche, gekünstelte, schwülstige Menschendarstellungen.
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“Ziel der Kunst sei es, durch Einfachheit den Glauben zu lehren und zu pflegen” ( 1563 Tridentiner Konzil ). Als Kunstrichtung wendet sich der Barock ursprünglich gegen den Manierismus und strebt eine Rückkehr zu der Klarheit der Renaissance an. Vorbild sind Bilder und Plastiken Michelangelos. Die Kunst soll den katholischen Glauben klar und eindringlich in erzählenden Bildern vermitteln. Daraus folgt, dass barocke Bilder sehr häufig handlungsreich sind. Schnell entwickelt sich daraus eine sehr bewegte Bilderwelt; von der ursprünglich angestrebten Klarheit ist nicht mehr viel zu erkennen. Die Bilder quellen geradezu über, insbesondere die Kirchenausmalungen geraten immer pompöser. Ausgehend von Italien verbreitet sich der Barockstil zunächst in den katholischen Ländern, besonders in Spanien und Frankreich. Der Adel übernimmt diesen pompösen Stil, in dem nun auch viel Gold und Stuck eingesetzt wird. Eine Ausnahme bilden die Niederlande, wo barocke Maler das bürgerliche Selbstverständnis einer durch Handel und Seefahrt mächtigen Führungsschicht darstellen.
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In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bahnt sich ein gesellschaftlicher Umbruch in mehreren Staaten Europas an, dieser wirkt sich auf die Kunst zurück und setzt sich im 19. Jahrhundert mit raschem Tempo fort. Eckpunkte dieses Umbruchs sind die beginnende Industrialisierung, eine - damit verbundene - Landflucht, ein Infragestellen feudalistischer Staatsformen und Lebensweisen sowie - in Deutschland - das Streben nach „nationaler Einheit und Identität“. Auf die Veränderung der Kunst wirkte zudem noch die Erfindung der Fotografie entscheidend ein. Der Klassizismus begleitet den Beginn dieser Umbruchphase. Er beruht auf einer Ablehnung des verspielten Rokoko als höfischer Kunst und fordert mehr Pathos in den Bildern. Der Einzelne hat sich dem Gemeinwohl unterzuordnen und diesem zu dienen. Vorbilder sieht man in der Antike, folglich tauchen auch griechische und römische Motive der (Bau-)kunst in klassizistischen Bildern auf. Der Bildaufbau ist streng geordnet.
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Die Romantik reagiert in Kunst, Musik und Literatur ebenfalls auf den gesellschaftlichen Wandel, betont aber im Gegensatz zum rationalen Klassizismus sehr viel stärker die Gefühlswelten der Menschen. Sehnsucht, Gefühl und Liebe werden thematisiert, die Vernunft soll überwunden werden und somit die Risse in der Gesellschaft überwunden werden. Das Geheimnisvolle, Mystische und Irrationale, die Welt der Seele, die Unendlichkeit werden gesucht, dabei greift man auf alte Märchen und mythologische Themen zurück, Bildmotive ergaben sich z.B. in der rätselhaften Stimmung von Landschaften im Nebel, Klosterruinen, solitär stehenden Bäumen, ... Die Bilder sollen die Sehnsucht der Seele ansprechen.
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Der Biedermeier ist eine nur im Bereich des Deutschen Bundes auftauchende Kunst- und Literaturerscheinung. Die Bilder thematisieren die Welt des Bürgertums, das sich in der eigenen Familie und im eigenen Haus eine „Mikrowelt“ schafft. Portraits, Landschaften und Familienbildnisse zeigen in meist fotografisch genauen Bildern einen Einblick in die anheimelnde, enge Welt der Familie, in der jeder seinen Platz vorgegeben hat - von dem Hausherren bis zur Dienstmagd. Gemalt werden Individuen, aber der Wirklichkeit wird auch kräftig nachgeholfen, indem die Bilder „geschönt“, also idealisiert wurden.
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In England entsteht in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Malerbewegung, deren Ziel bereits im Namen ablesbar ist: Malen wie zu Zeiten vor Raffael, also wie die Maler der frühen italienischen Renaissance. Dabei gibt es durchaus Widersprüche, denn die Maler wollen so naturgetreu wie möglich malen: Eine Malweise, die der Protorenaissance fremd war. Thematisch werden christliche Motive und auch ein Streben zur Natur umgesetzt, dabei treten Bezüge zum Symbolismus, zu der Romantik und zum späteren Jugendstil auf.
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Als Kunststil bezeichnet Realismus eine Bewegung in Frankreich und Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Realisten lehnen idealisierende, symbolisierende und romantisierende Kunststile ab. Statt dessen richten sie ihr Augenmerk auf die dinglichen, sichtbaren Erscheinungen. Dabei tauchen Bilder aus der Welt der Arbeit ebenso auf wie Milieustudien.
ACHTUNG: Der Begriff “Realismus” wird in der Kunstwissenschaft ganz anders verwendet als hier, wo er zur Epochenbezeichnung im 19. Jahrhundert dient! Im 20. Jahrhundert taucht der Begriff mehrfach wieder auf, ohne dass dies viel mit diesem Kunststil zu tun hat.
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Der Begriff “Impressionismus” ist nicht scharf abgegrenzt, es ist eher ein Sammelbegriff für viele Spielarten und Varianten der Malerei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wesentliche Kriterien der Malerei sind zum einen die Freiluftmalerei [Plainair] und das Malen vor dem abgebildeten Sujet [sur le motif]. Aber bereits diese beiden Bedingungen werden von vielen Malern, die dem Impressionismus zugeordnet werden, nicht eingehalten, und andererseits finden sich solche Merkmale bereits vorher bei Malern, die dem Impressionismus nicht zugeordnet werden.
Als Merkmale des Impressionismus können aufgelistet werden: - Gemalt werden die Dinge so, wie sie vor dem Auge des Malers erscheinen - Dabei werden die jeweiligen Lichtstimmungen eingefangen - Die Farbpalette ist weitgehend von hellen Farben bestimmt, da ja die Lichtstimmung erfasst werden soll - Der Farbauftrag ist weich, klare Konturen sind selten. - ein gestrichelter oder gepunkteter Farbauftrag setzt sich durch
Impressionistische Bilder sind hell, farbenfroh, harmonisch und hinsichtlich des Sujets konfliktfrei. Hieraus erklärt sich wohl auch die bis heute anhaltende Beliebtheit dieser Kunstrichtung.
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Der Jugendstil überschreitet die Grenzen zwischen Kunst, Architektur und Design. Es handelt sich um eine sehr dekorative Mal- und Gestaltungsweise, die gedanklich auf der englischen Arts and Craft-Bewegung beruht. Das Ziel der Maler und Handwerker besteht darin, die billigen Industrieprodukte mit ihrem historisierenden Dekor durch hochwertige Design- und Kunstobjekte abzulösen. Der Jugendstil bedient sich dabei ornamentaler Elemente.
Besondere Kennzeichen sind: - flächige Malweise, Verzicht auf plastische Schattierungen - Betonung durch fließende Konturlinien - Einsatz von Goldhintergründen - Vorliebe für pastellige Farbtöne - Auflösung der Symmetrien zugunsten fließender Bewegungen im Bild [ausgenommen hiervon ist der schottische Jugendstil] - Übergang der Ornamente in gegenständliche Dekormotive wie - Lilien, Seerosen, Birken, Weiden - Unschuldsmotive wie junge Frauen in weißen Gewändern, weiße Schwäne
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Die expressionistischen Künstler reagieren auf die Industrialisierung auf ihre Weise. Sie sehen den Menschen gefangen in dem Rhytmus der Maschinenwelt und in den Zeittakt der Bürostunden, sie spüren, dass der Mensch sein Leben nur noch nach diesem Rhytmus abspult und dabei innerlich verkümmert. Angeregt durch Kunst aus Afrika verlangen die Expressionisten wieder eine ursprüngliche, unverfälschte Kunst, die aus dem Inneren des Menschen kommt und zeigt, was ihn bewegt. Das Ursprüngliche, auch das Naive soll sich in den Bilder “ausdrücken” - woraus auch der Begriff “Expressionismus” abgeleitet wird. Anfangs malen die Expressionisten noch sehr gegenständlich: Menschen, Natur, Stadt. Doch sie verzichten dabei auf naturgetreue Darstellung, statt dessen malen sie schnell, grob, spontan und farbenfroh. Die Farbwahl löst sich zunehmend vom Naturvorbild; die Buntheit trägt vor allem zum Ausdruck des Bildes bei: Die “Ausdrucksfarbe” ist wichtiger als die “Lokalfarbe”. Wassily Kandinsky erkennt sehr bald, dass die Farben im Bild wichtiger sind als der gemalte Gegenstand. Seine Bilder lösen sich zunehmend vom Gegenständlichen, auch wenn man eine Weile noch Häuser und Berge zu erkennen vermag. Doch wichtiger ist ihm die Farbkomposition. Er malt Bilder genauso wie Komponisten ihre Musik zusammenstellen, nämlich als Farbakkorde, Farbrhytmen und Farbharmonien. Dadurch kommt ihm zugute, dass er wohl Synästhetiker ist: Er hört Töne, wenn er Farben sieht. Es dauert nicht lange, bis er sich vollkommen vom Gegenständlichen löst und Bilder malt, die nur noch Farbkompositionen sind. Die Farbe erhält im Expressionismus also keinen “Darstellungswert” mehr, sondern einen “Eigenwert”.
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Der Kubismus entwickelt sich in Paris, namentlich sind die Maler Picasso und Braques Urheber dieser Kunstrichtung. Vermutlich ist dieser Kunststil der radikalste Bruch der Kunst mit der Malerei der vergangenen 500 Jahre, denn jegliche malerische Tradition wird beiseite gefegt. Allerdings muss man einschränkend sagen, dass auch die Expressionisten und die Futuristen ähnlich radikal mit der Vergangenheit brechen. Anders als die Expressionisten lösen sich die Kubisten nicht hinsichtlich der Farbe von der gegenständlichen Malerei, sondern sie richteten ihr Augenmerk auf die Formen. Als Vorläufer und Wegbereiter kann Cézanne gelten, der den Satz prägt: “Alles in der Natur moduliert sich wie Kegel, Kugel und Zylinder.” Der Kubismus wird später in drei verschiedene Richtungen unterschieden: Analytischer, synthetischer und orphischer Kubismus.
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Der Futurismus ist die italienische Variante der Auflehnung junger Maler gegen die Kunst der Vergangenheit. Anders als bei den Expressionisten und den Kubisten, die diesen Bruch zunächst malerisch vollziehen, steht im Futurismus die Theorie am Anfang: Tommaso Marinetti, ein junger Literat, publiziert 1909 das “Futuristische Manifest”, in welchem er recht radikal dazu auffordert, mit jeglicher Kunst der Vergangenheit zu brechen und sich auf die neue Welt, die es zu schaffen gilt, einzulassen: “Wir erklären, dass sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: Die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, dessen Karosserie große Rohre schmücken, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen, ... ist schöner als die Nike von Samothrake.” Das Ziel ist also klar gesteckt, das eigentliche Problem für die Maler besteht darin, diese Forderungen umzusetzen. Die meisten Maler retten sich in die Darstellung von Bewegungsabläufen.
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Die Kunst zwischen den beiden Weltkriegen zeigt in Zentraleuropa parallele Tendenzen. Der erste Weltkrieg hat soviel Leid und Unmenschlichkeit produziert, dass alle vorangegangenen Werte auf den Prüfstand gestellt werden. Eine Malerei aus reiner Freude am Licht und an der Farbe wie im Impressionismus und im Expressionismus scheint undenkbar. Der Mensch selbst, seine Menschenwürde, die Menschlichkeit stehen in Frage, und so entstehen vornehmlich in Deutschland, aber auch in Frankreich, Belgien und Italien Bilder, die im eigentlichen Sinne realistisch sind. Das bedeutet, dass sie vor allem innere Wahrheit zeigen. Thematisiert werden “Menschen in Beziehungen”, Menschen in Armut und Not, Künstlerselbstbildnisse, aber auch merkwürdige Exzesse wie zum Beispiel wilde Feiern. Die Malweise ist übersteigert naturalistisch und wirkt dadurch unwirklich, klar, hart, fremd, distanziert und gleichzeitig auch entlarvend. Eine sich hiervon etwas absetzende Richtung bietet der magische Realismus, wobei die Grenzen fließend und unscharf sind. Franz Radziwill malt in seinem Heimatort Dangast Bilder von gleichzeitig detailversessener Genauigkeit und alptraumhafter, apokalyptischer Szenerie: Der Himmel reißt auf, als sei er auf Tapete gemalt, ferne Gestirne tauchen dahinter auf, drohende Gewitterwolken ziehen auf und Flugkörper durchstreifen den Himmel. Das alles spielt sich vor der Kulisse der verschlafenen Strandpromenade von Dangast ab.
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Der Surrealismus ist eine Kunstströmung in der Literatur und der Kunst, die von den Schriften des Psychoanalytikers Freud stark beeinflusst ist, insbesondere von der Traumdeutung. Die “Wachwelt” wird mit der “Traumwelt” verbunden, das Unbewusste mit dem Bewussten und die Logik mit dem Phantastischen und Absurden. Surrealisten versuchen auf sehr unterschiedliche Arten Bilder zu erzeugen, die der Logik, dem Gewohnten widersprechen. Zufallsverfahren werden angewendet, aber die häufigste Methode besteht darin, Erlebniswelten, die gar nicht zusammen gehören, im Bild zu kombinieren. Da werden harte Stoffe weich und fließend, organische Körper gehen in Gestein über, Größenverhältnisse werden auf den Kopf gestellt, Tag und Nacht tauchen in ein und demselben Bild gleichzeitig auf. Der Surrealismus fasziniert bis heute die Betrachter und beeinflusst immer noch die Bildwelten der Werbung und vor allem auch der Music-Clips.
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“Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.” sagt Max Liebermann, ein anerkannter und im Jahre 1933 bereits hochbetagter Maler, als er in jenem Jahre einen Fackelumzug der Nazis mit ansehen muss. Er ahnt wohl schon, dass dies den Niedergang der Kultur bedeutet. Mit der Machtergreifung Hitlers wird jegliche kulturelle Qualität systematisch, unglaublich schnell und radikal vernichtet. Der europäische Kulturraum erleidet eine Verfolgung und Vernichtung sondergleichen. Alles, was den Nationalsozialisten nicht in den ideologischen Rahmen passt, wird als “entartet” gebrandmarkt, verfolgt und vernichtet. Die verbalen Entgleisungen seitens der Faschisten gegen die moderne Kunst sind nicht zitierfähig. Die Nazis fordern von der Malerei, dass sie arische Volkstümelei darstelle: Pflügende Bauern, ländliche Großfamilien, die in idyllischer Gemeinsamkeit einer Rede Hitlers im Radio lauschen, Frauen als Mütter und treu sorgende Ehefrauen, heldenhafte Soldaten, ...
Trotz der europaweiten Unterdrückung moderner Kunst gibt es Malerei und Bildhauerei als Form von Widerstand und um erlebten Schrecken zu bewältigen. Felix Nussbaum aus Osnabrück z. B. ist ein von den Nazis verfolgter und letztlich ermordeter Maler, der alle Stationen seiner Flucht, seines Versteckens und seines Leidens in den Lagern malerisch festhält.
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Nach dem zweiten Weltkrieg dauert es mehrere Jahre, bis die Kunst Europas aus der kulturellen Eiszeit wieder ”auftaut”. Umso heftiger setzt dann die Reaktion auf den faschistischen Kunstterror ein: Beeinflusst von dem amerikanischen “Abstrakten Expressionismus” wenden sich auch in Europa viele Künstler vollkommen von der gegenständlichen Darstellung ab. Dabei gibt es sowohl in den USA [Colour Field Painting und Action Painting] als auch in Europa [Informel, Art Brut, Tachismus] unterschiedliche Strömungen, die stark an Einzelkünstler oder Künstlergruppen gebunden sind. Gemeinsam ist all diesen Richtungen, dass die Bilder ungegenständlich gemalt werden und dass sie sich nicht an den “konstruierten” abstrakten Bildern der 20er Jahre orientieren, sondern sehr ausdrucksbetont mit Farbe und Farbauftrag arbeieten. Dabei begleitet meist die Kunsttheorie die Malerei intellektuell; Mark Rothko z.B. steht dem Zen-Buddhismus sehr nahe und malt seine Colourflieldpaintings sehr sorgfältig in bis zu 50 Farbschichten. Das Malen wird genauso wie das Werk selbst zum Meditationsanlass.
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Auch für die 60er und 70er Jahre gibt es eine nahezu unüberschaubare Vielfalt an Kunstströmungen, -tendenzen und Einzelkünstlern, die hier keine Berücksichtigung finden. Ich gehe nur auf drei Tendenzen ein: Die Pop Art setzt Ende der 50er Jahre zunächst in England ein, entwickelt sich dann aber rasant Anfang der 60er Jahre rasant in den USA. Wesentliche Gemeinsamkeiten der Pop Art-Künstler sind: - Banale Gegenstände und Ereignisse aus dem Alltag werden durch Verfremdung in den Bereich der Kunst einbezogen. - “All is pretty”: Es gibt keine Grenzen mehr zwischen dem “Schönen” und der “Alltagskulur”. - Suppendosen, Comics, Tortenheber ... nichts ist vor den Verfremdungen sicher. - Verfremdungsformen sind: Materialverfremdung (Steckdose aus Baumwollgewebe), Blow-ups (Tortenheber mit 2m Länge), Farbverfremdungen (Marilyn Monroe auf vier Farben reduziert), auffällige und grellbunte Farben, Nachstellen von Alltagsszenen mit Gips- oder Polyesterfiguren, teilweise lebensecht angemalt.
Die Op Art ist dagegen eine eher nebensächliche Kunstrichtung; sie hat aber verblüffende optische Effekte hervorgezaubert und damit die Woodstock-Generation fasziniert: Optical Art beruht auf strengen Formmustern, deren Form und Farbgestaltung beim Betrachter einen flimmernden, anscheinend sich stets verändernden optischen Eindruck hinterlässt. Durch die Bilder entstehen räumliche Eindrücke und auch anscheinend in die Tiefe fließende Bewegungen, obgleich es sich um ein unveränderliches Gemälde handelt.
Land Art entsteht gegen Ende der 60er Jahre zunächst in den USA. Die Künstler nutzen die Landschaft, um aus ihr ein Kunstwerk zu gestalten. Da viele von ihnen die Vermarktung der Kunst durch Galerien ablehnen, schaffen sie Werke, die ortsgebunden und / oder schnell vergänglich sind. Dabei spielt die Größe der Werke keine Rolle, es können Kunstwerke sein, die bei Ebbe im Sand errichtet werden und schon bei der nächsten Flut verschwinden, oder auch Werke von ungeheuren Dimensionen in abgelegenen Wüsten, die nur nach tagelangem Marsch besucht werden können und auf diese Weise einfach nur um ihrer selbst Willen existieren. So gibt es z.B. mitten in der Wüste von New Mexiko das “Lightning Field” von Walter de Maria: Ein Feld von 3 x 3 Kilometern, auf dem 400 Metallstäbe in gleichmäßigen Abständen aufgestellt wurden. In der Gegend gibt es häufig Gewitter. Das Kunstwerk besteht in den durch die Metallnadeln provozierten Blitzentladungen.
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Zu Beginn der 80er Jahre entwickelt sich eine neue “Lust” an gegenständlicher Malerei: großformatig, farbbetont, mit schnellem Gestus. Thematisiert wird das Großstadtleben, genauer der Mensch in der Großstadt mit seinen Ängsten, seiner Sexualität, seiner Lebenslust. Eine einflussreiche Gruppe lebt und malt in Berlin, Ende der 80er bereits ist diese Gruppe aber aufgelöst, einige leben nun in New York.
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